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Kartonmodelle bauen
Beitragsinhalt
Kartonmodelle bauen
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Der erste Blick in das Heft oder auf die einzelnen Bögen des Modells ist ja schon göttlich und mit geht es so, dass ich Modelle stundenlang in der zweidimensionalen Form anschauen und studieren kann. Aber spätestens, wenn man sich daran macht, das Ding vom zwei- in den drei-dimensionalen Zustand zu überführen stellt man fest, dass das bedruckte Papier, das man gekauft hat, nicht alles ist. Für praktisch jedes Modell werden zusätzliche Materialien gebraucht, die nur in den seltensten Fällen beiliegen (die einzigen Modelle, die ich kenne, in denen wirklich alles beiliegt, sind die des spanischen Verlags Paper Kit). Von ganz wenigen anderen Materialien abgesehen, ist das, was man zusätzlich braucht Verstärkungskarton, Draht und Folie.
Karton
Die meisten Modelle sind recht anspruchslos, was den Verstärkungskarton angeht, d.h. Dicke und Qualität sind leidlich egal. Aber vielen Fällen sollte man peinlich darauf achten, eine angemessene Kartonstärke zu benutzen. Auf jeden Fall dann, wenn man ein Modell von Halinski baut. Hier sind oft drei oder sogar fünf Kartonstärken für einzelne Bauteile vorgegeben und wenn man die nicht berücksichtigt (ach, das geht schon so...), dann gibt es Murks.
Große Frage, wo bekommt man das her? Viele Modellbauhändler bieten Karton in verschiedenen Stärken an und man kann sich natürlich da eindecken. Meiner Erfahrung nach ist das aber ziemlich weiches Zeug, das sich zwar gut mit Cutter oder Schere bearbeiten, aber schlecht feilen lässt – pilzt dann unheimlich aus, der Kram.

Eine gute, wenn auch etwas teurere Alternative ist sogenannter Display-Karton, den man im Grafik-Bedarf bekommt. Display-Karton wird von ArvitektInnen und GrafikerInnen zum Bau von Modellen oder Verkaufshilfen – Displays – benutzt und muss dementsprechend ziemlich stabil sein. Da z.B. bei Architektur-Modellen bestimmte Teile maßstabsgerecht sein müssen, gibt es Display-Karton in 0,2mm-Schritten gestaffelt. Der Display-Karton ist sehr hart (ab einer Stärke von 1,5mm wird´s schwierig mit der Schere) und lässt sich daher bei eigenen Ungenauigkeiten oder denen des Konstrukteurs super bearbeiten. Außerdem verzieht er sich so gut wie gar nicht, selbst wenn Tränen der Verzweiflung beim Basteln drauf tropfen sollten.

Allerdings ist das Zeug, wie gesagt, ziemlich teuer und in der Regel bekommt man den Karton nur in Tafeln von 500 x 700 mm. D.h. mit einem Bogen hat man genug für ein paar hundert Modelle (na ja, das war jetzt übertrieben, aber auf jeden Fall hat man weitaus mehr, als man braucht.

Durch die Härte bedingt, bricht der Karton eher, als dass er geschnitten wird, die Schnittkanten sind immer etwas rau. Dementsprechend sollte man verstärkte Teile auf Display-Karton im Zweifelsfall immer mit dem Cutter schneiden. Ganz besonders dann, wenn man mehrere Lagen aufeinander pappen muss, wie etwa für Räder. Sinnvoll ist es in diesen Fällen, alle Teile grob mit der Schere auszuschneiden und die entgültige Form mit dem Cutter herauszuarbeiten. Da ein Cutter nur gerade Schnitte macht, kann man anschließend alles mit 400er Schleipapier glätten.

Zum Aufziehen der zu verstärkenden Teile – Spanten etc. – sollte man tunlichst nicht den Kleber verwenden, den man sonst nimmt. Hier und da gibt es ja Leute, die extra für diese Arbeit Tapetenkleister anrühren, aber meine Erfahrungen damit sind nicht besonders gut. Das Wasser aus dem Kleister geht in Karton und Papier und wellt alles und es braucht ewig, bis alles gut durchgetrocknet ist. Sehr gut geeignet ist meiner Erfahrung nach Sprühkleber (allerdings stinkt das Zeug ziemlich und man kriegt es kaum wieder von den Fingern ab – na ja, nichts ist vollkommen). Dabei sollte man darauf achten, keinen Foto-Kleber zu kaufen, weil dieser lösbar ist. Gut geeignet ist der Kleber von Tesa und der von 3M, weniger brauchbar der von Pattex und der von UHU.


 
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