| Kawasaki Hien - eine Kopie der Me 109? |
Seite 1 von 2 Die Kawasaki Hien wird allenthalben als eine japanische Kopie der Me 109 bezeichnet. Das ist nicht richtig, aber das hindert diverse Historiker nicht, diese Ente ohne Unterlaß zu wiederholen.Richtig ist vielmehr, dass die Hien an die He100 angelehnt ist, die im Jagdmaschinen-Contest gegen die Messerschmitt durchgefallen ist, und deshalb zum Export, bzw. zur Lizenzproduktion freigegeben worden war. Allerdings kam in die Hien ein Lizenzbau des Daimler Benz 601 hinein, und das erklärt die relative Ähnlichkeit mit der Me 109. Es wäre ja nun bekloppt gewesen, Auspuff- und Ansaugstutzen nur deshalb irgendwo anders hinzuschrauben, damit es nicht deutsch aussieht. Sehr viel größer ist die Ähnlichkeit der Hien mit italienischen Macchis, daher vermutlich auch die etwas italophile Code-Bezeichnung „Tony“, die die Amis der Hien gaben. Die Hien hätte, wenn man einschlägigen Quellen glauben darf, der beste japanische Jäger überhaupt sein können. Wenn er denn mal, hehe, geflogen ist. Das große Problem der Maschine war der Motor, dessen Kurbelwellenhauptlager nach einigen Betriebsstunden den Geist aufgaben. Während man den Originalmotor bei den meisten Flugzeugen innerhalb von 12 Minuten komplett tauschen konnte, dauerte das bei der Kawasaki mehrere Stunden – besonders auf vorgeschobenen Flugplätzen häufig länger, als die Lebensdauer des Motors. Die geringe Lebenserwartung und das Fehlen brauchbarer Hauptlager führte dazu, dass in den letzten Kriegsjahren immer mehr Kawasakis ohne Motor herumstanden. Schließlich baute man den altbewährten 14-Zylinder-Sternmotor ein, und die so entstandene Ki-100 deklassierte die amerikanischen Jagdmaschine ganz enorm. Die Hien ist ähnlich gut, wie die anderen Modelle von Halinski, aber man merkt ihr das Alter von 4 Jahren schon an. Die früheren Modelle, wie etwa die Heinkel Uhu, oder die Me110 Nachtjäger waren ja irgendwie so Dinger, bei denen man die meiste Zeit damit zubrachte, ein vollständiges Rumpf- und Flügelgerüst aus brettdicker Pappe zusammenzuleimen, das dann schließlich mit der Außenhaut überzogen wurde.Die neueren Modelle sind dagegen eher entsprechend des üblichen Standards konstruiert, d.h. mit einzelnen Rumpfsegmenten und Spanten. Die Hien hängt irgendwo dazwischen. Das Alter merkt man auch an Teilen, wie dem Kühllufteinlaß unter dem Rumpf und dem Ansaugstutzen des Motors. Beide Teile sind ordentlich gemacht, aber etwas platt. Bei einer aktuellen Konstruktion von Halinski sähen die Dinger vermutlich realistischer aus. Aber ich will nicht jammern. Alles in allem ist die Hien ein Halinski-typisches gut gemachtes und toll konstruiertes Modell, das nur an zwei Stellen problematisch ist. Die Passgenauigkeit ist toll und der Druck reichlich detailliert. Mir persönlich gefällt allerdings die Farbgebung nicht. Keine Ahnung, was Halinski an den hässlichen olivgrün so fasziniert hat. Es hat nun wirklich ganz hübsche Maschinen gegeben, etwa mit dieser komischen Palmwedel-Tarnung, oder die alu-farbenen Maschinen der Heimatverteidigung. Naja, manchmal wünscht man sich denn doch die Zeit zurück, wo man mit Humbrolfarben und extra gekauften Abziehbildern irgendwelchen Polystyrol-Kram nach eigenem Gusto einfärben konnte. Aber ich sagte ja schon: ich will nicht jammern . |
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Die Kawasaki Hien wird allenthalben als eine japanische Kopie der Me 109 bezeichnet. Das ist nicht richtig, aber das hindert diverse Historiker nicht, diese Ente ohne Unterlaß zu wiederholen.
Die Hien ist ähnlich gut, wie die anderen Modelle von Halinski, aber man merkt ihr das Alter von 4 Jahren schon an. Die früheren Modelle, wie etwa die Heinkel Uhu, oder die Me110 Nachtjäger waren ja irgendwie so Dinger, bei denen man die meiste Zeit damit zubrachte, ein vollständiges Rumpf- und Flügelgerüst aus brettdicker Pappe zusammenzuleimen, das dann schließlich mit der Außenhaut überzogen wurde.